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Katalog Nanaimo

Katalog Eckhard GehrmannNanaimo, Malerei und Zeichnung
anlässlich der Ausstellungen in der Taunus-Galerie, Landratsamt und Galerie Artlantis, Bad Homburg.
Michael Imhof Verlag, © 2017 Gestaltung und Fotos Günter Maniewski.

Dieser Online Katalog ist ein Auszug aus dem Originalkatalog. Er kann umgeblättert, vergrößert und im Vollbild betrachtet werden. Den Buchkatalog können Sie direkt über den Verlag bestellen oder im Buchhandel erwerben.
Michael Imhof Verlag, ISBN 978-3-7319-0631-5

Valencia, Öl auf Leinwand, 150 x 290 cm, 2010 Malerei

Große Landschaft

Anlass und Ausgangspunkt sind oft Collagen, die aus dem Bildmaterial entstehen, welches ich schon lange sammle. Eigene Fotos, Abbildungen aus Büchern und Zeitungsausschnitte werden zur Bildidee. Anderes wird zur darüber liegenden Struktur, zur Farbe oder gar zum Titel.

Vor der Umsetzung in Malerei zeichne ich eine Zeit lang, lege meist alles weg, um frei zu sein. Beim Malen dienen die Zeichnungen mir dann wieder, wenn ich mich festgefahren habe. Vielleicht ist die große Bildidee verloren, was auch gut ist. Dann finde durch die Vorarbeit zu Lösungen, auf die ich so nie gekommen wäre.

Malerei – Man kann sich nichts dabei denken, denn Malen ist ja eine andere Form des Denkens

Gerhard Richter
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no brown in town, Öl auf Papier, 36 x 51 cm, 2016 Malerei

Farbräume

Farbräume sind meist kleine 51 cm x 36 cm große Arbeiten in Öl auf Papier, die oft parallel zu den größeren Bildern entstehen. Meist sind es die Farben, die ich für andere Bilder auf der Palette habe, mich vielleicht nicht traue, sie so unverdünnt zu verwenden.
Früher habe ich diese Blätter Farbstudien genannt und auch als Farbnotiz für das spätere Weitermalen der großen Bilder benutzt. Heute werden sie mir immer wichtiger und eigenartigerweise immer noch am besten, wenn ich sie „so nebenbei“ mache. Zum Beispiel wenn die große Idee am Bild verloren ist und ich ganz frei bin, wenn ich ohne großes Wollen einfach mit dem Farbklang, den ich im Kopf habe, etwas mache.

Freedom is just another word for nothing left to lose

Janis Joplin / Kris Kristofferson
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Roter Hauptmann, Kreide auf Papier, 2017, 26 x 35 cm Zeichnung

Roter Hauptmann

Roter Hauptmann ist ein alter Apfelbaum.

„Oft steht der Künstler ganz nah, ja fast im Baum, wendet sich etwas zur Seite und setzt einen kleinen Zweig, den er vor sich sieht, ganz vorne ins Bild.”

„Kleine Stellen werden wichtig, versuche, direkt etwas zu entnehmen. Oft schaue ich beim Zeichnen gar nicht viel aufs Blatt.”

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Ausstellungen

Ausstellungshalle 1A

Ausstellung mit Ralf Kirchner, 2011

Die Nymphe aus dem Teesieb

Presseartikel von Christoph Schütte, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 9. März 2011 (Download als PDF)

„Der Mensch, der Diener und Ausleger der Natur, wirkt und weiß so viel, als er von der Ordnung der Natur durch Versuche oder durch Beobachtung bemerkt hat; weiter weiß und vermag er nichts.“

Eckhard Gehrmann, so sieht es jedenfalls aus, hat das Werk Francis Bacons wohl gelesen. Nicht dass den 1957 geborenen Künstler, dessen aktuelle Arbeiten derzeit in der Frankfurter Ausstellungshalle (Schulstraße 1A) zu sehen sind, ein im engeren Sinne wissenschaftliches Interesse leitete oder er gar vor den tieferen Geheimnissen der Schöpfung kapitulieren müsste, im Gegenteil.

Bacons „weiter weiß und vermag er nichts“ heißt bei ihm denn auch weniger Beschränkung der Erkenntnis noch mythische Verklärung, als sich auf das zu konzentrieren, was er mit den Mitteln der Malerei zu vergegenwärtigen vermag. Denn was anders wäre das Wesen aller Kunst? Künstlerische Haltung verbindet ihn womöglich mehr noch als die Vorliebe für erdige Töne, die Konzentration auf den Ausschnitt auch — auf Wurzelwerk und Unterholz, auf Durchblicke durchs Geäst, auf Moos und Gras und Tümpel — mit seinem einstigen Lehrer an der Städelschule, Per Kirkeby.

Wie für den dänischen Maler ist ihm das Arbeiten vor der Natur, vor allem für seine Kreidezeichnungen, nicht nur Bedürfnis, sondern künstlerische Notwendigkeit. Dabei geht es ihm weniger um die konkrete Erscheinung als vielmehr um Strukturen, Schichten, Wesenhaftigkeiten der Natur womöglich, die sich formal stets im malerischen Prozess, in den zahlreichen Farbschichten, in den Verwerfungen und Farbgraten der energischen Spachtelzüge gespiegelt finden.

von Christoph Schütte

Ausstellungshalle 1A, Frankfurt am Main

Lithographie

Lithos 1989 – 98

Frühe Lithographien

Lithographien druckt Eckhard Gehrmann seit dem Studium an der Frankfurter Städelschule bis ca. 2000, dann wieder intensiv ab 2020.

„Die frühen Blätter im Querformat erinnern dabei oft an Insekten, Larven, später dann im Hochformat sind es Adler oder Vogelwesen. Ab Mitte der 1990er-Jahre tauchen abstrakte Waldmotive oder verschiedene Teile organischer Formen auf. Die Blätter werden in dieser Zeit abstrakter und flächiger, andererseits beginnt sich durch den jahrelangen Druckprozess die Oberfläche des Drucksteines zu öffnen, sie wird körniger und zerrissener.”

Textauszug: Katja Schneider im Faltblatt der Ausstellung im Haus der Stadtgeschichte 2020.